Antisemitismus und der Front National

Vortrag mit Dr. Maurice Schuhmann

Freitag, 24.11.2017
19 Uhr, HAW Hamburg // Raum 01.13.
Berliner Tor 5

Die Zahl der Auswanderungen französischer Jüdinnen und Juden nach Israel hat im Jahr 2015 einen Rekord seit der Staatsgründung 1948 erreicht: 7900 haben Frankreich verlassen, im Jahr 2012 waren es noch 1800. Diese Rekordzahlen lassen sich als Reaktion auf die unzähligen antisemitischen Anschläge in Frankreich beobachten – sei es das Attentat auf eine jüdische Schule in Toulouse im Jahr 2012 oder die verheerenden Anschläge von Paris im gesamten Jahr 2015.
Gleichzeitig feiert die rechtsextreme Partei „Front National“ unter Marine Le Pen Erfolge. War die Partei unter Jean-Marie Le Pen noch offen antisemitisch, leugnet Marine Le Pen nun jeglichen Antisemitismus in der Partei, schließt Parteimitglieder, die sich offen antisemitisch äußern aus und verweist in dem Kontext auf die muslimischen Banlieues, in denen die wahren Antisemitinnen zu finden seien. Neben dieser Instrumentalisierung bedient sie sich dennoch antisemitischer Ressentiments und Sprecharten. Wie lässt sich das „neue“ Verhältnis von Front National und Antisemitismus verstehen?

Dr. phil. Maurice Schuhmann ist Politikwissenschaftler und lehrt derzeit an der Freien Universität Berlin sowie der Universität Hamburg, nachdem er mehrere Jahre in Frankreich gelebt und gelehrt hat. Seine Forschungsschwerpunkte sind klassische politische Philosophie und Ideengeschichte, Anarchismus, (Neue) Soziale Bewegungen sowie Rechtsextremismus und -populismus.