Zum Verhältnis von Antisemitismus & Rechtspopulismus

Veranstaltungsreihe an der Universität Hamburg & HAW Hamburg
Oktober – November 2017

Mit dem Abschneiden der rechtspopulistischen AfD als dritt stärkste Kraft bei der Bundestagswahl, ist es erstmalig seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, einer extrem rechten Partei gelungen die 5% Hürde zu überspringen und in den deutschen Bundestag einzuziehen.
Doch nicht nur in Deutschland befindet sich der Rechtspopulismus im Aufwind. Auch in anderen europäischen Ländern räumen rechtspopulistische Parteien Rekordergebnisse ein. Sei es der Front National in Frankreich, die FPÖ in Österreich, Geert Wilders Partei für die Freiheit in den Niederlanden oder die Wahl Donald Trumps zum neuen Präsidenten der USA. Grund genug also sich mit diesem globalen Phänomen auseinander zu setzen.

Um was handelt es sich bei dem Phänomen des Rechtspopulismus eigentlich? Handelt es sich bei ihm um eine eigenständige Parteienfamilie oder um eine weitere Spielform der extremen Rechten die über einen neuen Politikstil versucht den Schulterschluss mit der bürgerlichen Mitte zu schließen?
Stets bemüht sind die Parteien dabei immer wieder in ihrer Betonung mit der extremen Rechten nichts zu tun zu haben. Dazu gehört auch die Instrumentalisierung von Antisemitismus seitens der Rechtspopulisten. Dieser wird immer wieder gerne dazu genutzt um rassistische Ressentiments gegen Muslime zu bedienen. Dabei präsentieren sich die Parteien gerne als Verteidiger des „christlich-jüdischen Abendlandes“ und stellen sich als Speerspitze eines Kampfes gegen die vermeintliche Islamisierung eben dieses dar. Doch Antisemitismus und die Relativierung der Shoah sind innerhalb der Parteien keine Seltenheit. Parteiausschlussverfahren gegen Mitglieder die sich antisemitisch äußern laufen zum Beispiel bei der AfD immer wieder ins Leere. Auch der Front National kann auf eine lange Geschichte antisemitischer Ausfälle nicht nur des Parteibegründer Jean-Marie Le Pen zurückblicken. Die heutigen Distanzierungen der neuen Parteispitze wirken dabei nur oberflächlich.

Mit der Veranstaltungsreihe „Zum Verhältnis von Antisemitismus und Rechtspopulismus“ wollen wir das Phänomen des Rechtspopulismus und seine antisemitischen Strömungen etwas genauer beleuchten. Im Rahmen von drei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion versuchen wir einen Einstieg in die Thematik des Rechtspopulismus zu gewähren und aufzuzeigen wie sich der Antisemitismus dieser neuen rechten Demagog*innen äußert.

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